Warum Korallen sterben


Korallen sehen auf den ersten Blick wie Felsen aus. Tatsächlich sind Korallen Tiere. Sie nehmen Millionen einzellige Algen auf. Diese geben ihnen auch die grün-braune Farbe. Durch Fotosynthese stellen diese Untermieter Zucker her, eine willkommene Nahrungsergänzung, berichtet National Geographic (dt. Ausgabe, Heft Jan. 2000). Doch die Wohngemeinschaft reagiere empfindlich: "Schon wenn sich das Meer um ein Grad erwärmt, kann es zu Schockreaktionen kommen." Statt Zucker, so National Geographic weiter, würden die Algen aggressive Moleküle produzieren. Die Korallen stoßen die Algenzellen ab. Sie verlieren zunächst ihre Farbe und sterben schließlich ab.

Wissenschaftlicher ausgedrückt beudetet das Korallensterben (Korallenbleiche): "Das massenhafte Abstossen von symbiontischen Zooxanthellen (Algen) und/ oder den Verlust von photosynthetischen Pigmenten als eine Antwort auf Stress." So beschreiben es Dr. Moshira Hassan und Dr. Georg Heiss von der deutschen Koordinierungsstelle für Reefcheck. Massenbleichen von Korallenriffen seien in den letzten zwei Jahrzehnten mit verstärkter Häufigkeit aufgetreten.

Stress durch Erwärmung

"Schon leicht erhöhte Temperaturen (um 1-2°C) über mehrere Wochen während der wärmsten Jahreszeit können für das Korallenbleichen verantwortlich gemacht werden", so die beiden Bremer Wissenschaftler. Anomalien von 3-4° führten zu schnellerem Bleichen und noch höherer Mortalität.

Zum einen wird das mit den durch das Klimaphänomen El Niño in Verbindung gebrachten erhöhten Meerwassertemperaturen erklärt. Ganz grundsätzlich gilt die globale Erwärmung als weitere Ursache für einen Anstieg der Wassertemperaturen. 1997/98 sollen die bislang stärksten Korallenbleichen stattgefunden haben. Korallenbleichen traten im Indischen Ozean und im Roten Meer auf und verursachten hohe Mortalitätsraten auf den Seychellen, Malediven, Ostafrika und Sri Lanka.

"Die Erholung der Riffe kann 10-20 Jahre dauern, falls nicht erneute drastische Störungen auftreten", so Dr. Hassan und Dr. Heiss.

Autos und Zyanid

Natürlich: Von den weltweit sieben Millionen Tauchern werden gelegentlich unter Wasser Verhaltensweisen beobachtet, die sie sich woanders nicht erlauben würden. Was die Reichen nicht erledigen, besorgen die Nachbarn der Riffe. So wird auch heute noch auf den Phillippinen etwa mit Dynamit oder Zyanid "gefischt". Während mit ins Wasser geworfenem Sprengstoff einfach alles getötet wird, was in nächster Nähe ist (mitunter sterben auch die "Fischer" selbst), giesst man Zyanid in die Riffe, um die Bewohner zu "betäuben". Sie lassen sich dann einfacher einsammeln und zum Beispiel als Zierfische etwa nach Deutschland verkaufen.
Dabei lässt sich solche Zerstörung durchaus abstellen. Wie beschreibt der Leiter einer Tauchbasis auf Mindoro, Phillippinen: "Ich habe der Kreisverwaltung zunächst erklärt, welche enorme wirtschaftliche Bedeutung der Tourismus für die Region hat, und dass sie davon erheblich mehr profitieren." Er lud die Herren schließlich zu einem Tauchgang ein. "Seitdem wird hier bei uns nicht mehr mit Dynamit oder Zyanid gefischt." Mehr noch: "Sie denken bereits über Naturschutzprojekte nach."

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