Nov. 2000: Lage der Korallen


Noch 1998 galten 11 % der Riffe als verloren. Bis Ende 2000 kommen offensichtlich weitere 16% hinzu. Als äußerst ernsthaft wird die Lage im Indischen Ozean beschrieben.

Am stärksten betroffen sind:

  • Indischer Ozean, wo 59% Verluste zu verzeichnen waren, jedoch "realistische Chancen für die Erholung von entfernten Riffen" bestehen;
  • Mittlerer Osten, 35% Zerstörung, "geringe Chancen für eine schnelle Erholung";
  • Ost- und Südostasien, 34% Verlust, "realistische Chancen für eine langsame Erholung von entfernten Riffen";
  • Karibische und atlantische Riffe, 22% Verlust, hauptsächlich durch menschlichen Einfluss, aber mit "Chancen für eine relativ schnelle Erholung";
  • Pazifik und Australien einigermaßen gute Gesundheit, positive Prognose, wenn Erwärmungsereignisse wie El Nino (1998) ausbleiben.

Clive Wilkinson vom Australian Institute of Marine Science (AIMS), Koordinator von GCRMN, betonte, dass bis 1998 besonders die Bedrohung durch direkte menschliche Einflüsse auf die Riffe im Vordergrund stand, die Bedrohung der Riffe durch die Klimaänderung aber von vielen Wissenschaftlern noch als relativ gering eingeschätzt wurde. Die direkte Bedrohung durch Überfischung für den lokalen Bedarf und den Export, durch den Handel mit lebenden Fischen, durch Dynamit- und Giftfischerei, durch Abwässer, Sedimente und Überdüngung durch Wachstum in Städten und ländlichen Gebieten verursachen weit verbreitete Schäden. Diese sind mittlerweile durch Programme wie Reef Check und GCRMN dokumentiert.

Zusätzlich zu diesen Belastungen drängt sich nun aber der globale Klimawandel als das Hauptproblem für Korallen in den Vordergrund, da sie sehr sensibel auf Erwärmungen reagieren. Terry Done, ebenfalls am AIMS und Präsident des Symposiums, betonte wie Wilkinson die Notwendigkeit, die Emission von Treibhausgasen zu begrenzen. Wilkinson betonte, dass die betroffenen Länder das Problem nicht länger herunterspielen und Hilfe durch die Industrienationen einfordern sollten.

Informationen zum Thema:

Die deutsche Koordinierungsstelle von Reefcheck

Australian Institute of Marine Science (AIMS)

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