Gefahrgut: Tauchlampen

Tauchlampen gelten im Flugzeug als Gefahrgut. Seit dem 11. September wird verschärft darauf geachtet. Die Rechtslage ist eindeutig. Doch im "wirklichen" Leben ist alles viel komplizierter.

Zunächst die Eindeutigkeiten. Das für die Flugsicherheit zuständige Luftfahrt-Bundesamt weist auf diese rechtsgültigen Vorschriften hin:

"Batteriebetriebene Geräte (insbesondere Taucherlampen / Videolampen) sind GEFAHRGUT und dürfen sich als solches generell nicht im Passagiergepäck befinden. Ausgenommen sind solche Geräte, bei denen die Leuchtquelle (meist Halogenbirnen) oder die Energiequelle (Batterie/n) entnommen ist. In diesem Falle ist die Mitnahme - mit Zustimmung des Luftfahrtunternehmens - im Handgepäck zulässig (siehe IATA - DGR 2.3.3.2 ). Wir bitten alle dienstlich Beteiligten (z.B. bei Buchung eines Urlaubes in Tauchgebieten, oder auch beim Check-in von Flügen in solche) die Fluggäste entsprechend zu informieren", schreibt das Luftfahrt-Bundesamt.

Wie so oft ist das "wirkliche" Leben komplizierter. Manche Fluggesellschaften wissen solche Anfragen erst mal gar nicht zu beantworten. Mitunter dauert es 14 Tage und bedarf mehrer Telefongespräche und Faxsendungen bis überhaupt eine Antwort kommt.

Schon mal, berichten Taucher, geht das auch so aus: Eine Fluggesellschaft mit reichlich Tauchererfahrung - tägliche angeflogene Destinationen auf karibischen Inseln sowie Malediven - untersagte die Mitnahme einer Taucherlampe (in dem Fall Hartenberger). Fertig aus. Weil die Taucher aus verständlichen Gründen auf das Licht nicht verzichten wollten, nahmen sie das Gerät trotzdem mit. Und keine Sicherheitskontrolle störte sich daran.

Manch einer ist schon aufgefordert worden, den Akku der Lampe vor Abflug zu leeren. Bei der Handgepäck-Kontrolle am Flughafen wurde er jedoch aufgefordert, die Lampe einzuschalten. Glücklicherweise war der Akku nicht leer.

Sehr schön auch ein Eindruck aus Spanien: Der Sicherheitsbeamte am Flughafen schaute statt in den Monitor auf seine Füße und popelte genüsslich in der Nase.

Was sollte man unbedingt unternehmen? Tauchlampen können sich - trotz eventuell vorhandener Sicherung - "selbst" einschalten. Die Hitze der Hallogenlampen kann tatsächlich zu einem Brand führen. Deshalb unbedingt entweder Akkus entfernen oder die Birne des Brenners und separat verstauen.

Seit dem 11. September, den Anschlägen auf World Trade Center und Pentagon, sind die Sicherheitskonrollen deutlich verschärft worden. Lampen oder Blitzgeräte im Handgepäck können beim Sicherheitscheck zu Problemen führen. Verschiedentlich hörten wir Taucher, die, entgegen dem Luftfahrtbundesamt, diese Geräte wie oben beschrieben ins Frachtraum-Gepäck verstauten. Obwohl Koffer mitunter ebenfalls durchleuchtet werden, gab es dabei keine Probleme.

Auf der anderen Seite schreibt Günther Hasel: Mehrere schwerwiegende Zwischenfälle in D aber auch international seien bekannt. Hasel, Chef der Baden-Badener Gefahrgutberatung/Gefahrgutausbildung Logar, warnt vor teils empfindlichen Strafen für unerlaubt mitgeführtes Fluggepäck (siehe auch Kommentare hier in getoese).

Aktuelle Nachrichten zum Thema Gefahrgut finden sich unter anderem hier:
Logar, Baden-Baden.

Weitere Infos:
Luftfahrt-Bundesamt
International Air Transport Association (IATA)

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